Den Fahrgastkomfort immer im Blick

Während die Welt noch damit beschäftigt ist, die Covid-Krise zu überwinden, zeigt sich bereits jetzt: Die Nachfrage nach Bahnreisen wächst. Branchenexperten gehen sogar davon aus, dass die Fahrgastzahlen im Vergleich zu den Werten vor der Pandemie um 18 % steigen könnten. Dieser Trend wird dadurch begünstigt, dass Gesellschaften rund um den Globus zunehmend die Vorteile der Bahn gegenüber dem Flugzeug erkennen. Dass diese Reiseform immer beliebter wird, belegt auch die Wiedereinführung von Schlafwagenzügen, insbesondere in der EU. Allerdings funktioniert das nur, wenn der Bahnverkehr preislich konkurrenzfähig, sicher und komfortabel ist. Wer Kundenbindung und -zufriedenheit gewährleisten will, muss daher den Fahrgastkomfort effizient analysieren und managen.

Warum ist der Fahrgastkomfort so wichtig?

Auch wenn schon heute immer mehr Geschäfts- und Privatreisende auf die Bahn umsteigen: Der Schlüssel zur Kundenbindung liegt darin, ihnen den Komfort zu bieten, den sie erwarten. Vom Kauf der Fahrkarte bis zum Erreichen des Ziels müssen Reisende die Fahrt als so angenehm erleben, dass sie immer wieder mit dem Zug fahren möchten. Heutzutage steht der Branche ein breites Instrumentarium zur Verfügung, um den Komfort ihrer Fahrgäste zu erfassen, zu analysieren und auf der Basis dieser Erkenntnisse zu steigern.

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Fünfzig Jahre Forschung zum Fahrgastkomfort

Bereits in den 1970er-Jahren begannen die Wissenschaftler Osborne und Clark von der Universität Swansea in Wales mit der Entwicklung von Methoden zur Messung des Fahrgastkomforts, u.a. mittels Fragebögen und Umfragen. Ihre Forschung konzentrierte sich auf die Frage, wie man am besten quantitative Daten aus einer Umfrage auswerten kann. Dies gab den Anstoß, die Bewertungsmethoden in zwei Bereichen zu untersuchen: Der erste Bereich betraf das Verkehrssystems selbst, wie z. B. den Fahr-, Beförderungs- und Organisationskomfort. Der zweite Bereich bezog sich auf Aspekte des Verhaltens.

Die Forschungen von Osborne und Clark ebneten den Weg für ein tieferes Verständnis der Wahrnehmung von Komfort. So konnte ein Konzept definiert werden, in das Erkenntnisse zu Faktoren eingeflossen sind, die das Wohlbefinden der Fahrgäste maßgeblich beeinflussen, wie z.B.: Temperatur, Belüftung, Beleuchtung, Lichtreiz, Druckveränderungen, Reisedauer und Störungen.

Die Digitalisierung gewinnt heute die Oberhand

Zusätzlich zu den Fahrgastbefragungen stützen sich die Systeme heutzutage auf aufgezeichnete digitale Messungen und ermöglichen damit einen breiteren, quantifizierbaren Datensatz, der grundlegende Zahlen, Veränderungen und Trends aufzeigen kann.

Gegenwärtig können wir alle Aspekte überwachen und aufzeichnen, vom Drehgestell und seiner Dynamik über die Gleisqualität bis zur Bewegung des Wagenkastens. Innerhalb des Wagens können wir Faktoren wie Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Geräuschpegel und allgemeine Fahrqualität genau und kontinuierlich erfassen.

Mehr integrierte Daten, tieferer Einblick in das Fahrgastempfinden

Die Meinung der Fahrgäste ist einerseits ein wichtiger Bestandteil des Gesamtbildes. Anderseits bilden aber verwertbare digitale Daten den Schlüssel zur Gewährleistung hoher Standards und kontinuierlicher Verbesserungen. Ein innovatives Beispiel hierfür ist ein Projekt, das Televic GSP in Zusammenarbeit mit einem europäischen Zugbetreiber vorantreibt. Dabei werden mehrere Datensätze, die Informationen über die Drehgestelle und die Innenausstattung der Wagen umfassen, mit dem Kundenfeedback kombiniert. Das Ziel: den messtechnisch erfassten und den erlebten Komfort der Fahrgäste während der gesamten Fahrt noch besser zu verstehen. Zudem wird untersucht, wie sich dies je nach Tageszeit, Jahreszeit und Zugtyp verändert.

Das Televic COSAMIRA-System ist jetzt als nachrüstbare Lösung erhältlich, die die Kombination mehrerer Datenbestände und die Anwendung von Datenregeln ermöglicht. Damit können Sie bereichsübergreifend die Faktoren analysieren, die die Kundenzufriedenheit beeinflussen.

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