Neues aus der Forschung: Sprachbarrieren an Bord - Ein Hindernis für die Sicherheit?

Durch unsere Forschungen helfen wir unseren Kunden das Maximum an Fahrgastkomfort herauszuholen. Egal, ob es sich dabei um die Modernisierung von Fahrzeugen handelt oder wir gemeinsam am Reißbrett Systeme für einen brandneuen Zug planen, wir sind immer auf der Suche nach Dingen, die "jeder braucht, über die aber noch niemand spricht". Im Interview dieses Monats erklärt der F&E-Spezialist Maik Strietzel, wie Cloud-Dienste helfen können, Sprachbarrieren in öffentlichen Verkehrsmitteln zu überwinden.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Verbesserung der Kommunikation in Notsituationen: Im Ernstfall verstärken Sprachbarrieren das Gefühl von Angst, Frustration und Kontrollverlust.
  • Dank Cloud-Diensten können wir neue Funktionen wie Live-Übersetzung, Text-to-Speech, Speech-to-Text und die Übertragung von Videobildern nutzen.
  • Obwohl Cloud-Dienste enorme Vorteile bieten, kann nur ein Offline-Server jederzeit eine Live-Übersetzung garantieren.

„Hallo, können Sie mich hören?“

Fahrgastsprechstellen bieten in Notsituationen ein beruhigendes Gefühl. Was aber, wenn Fahrgäste und Zugpersonal unterschiedliche Sprachen sprechen? In solchen Situationen verstärken Sprachbarrieren das Gefühl von Angst, Frustration und Kontrollverlust. Wie also können Bahnbetreiber mit diesen Sprachunterschieden umgehen?

„Laut und deutlich!“

Wenn Menschen unter Stress stehen, haben Sprachbarrieren einen verstärkenden Einfluss, so der F&E-Spezialist Maik Strietzel. Er arbeitet an einem mehrsprachigen Übersetzungsserver, um die sprachlichen Differenzen an Bord zu kompensieren.

Stellen Sie sich eine Sprechstelle vor, die Nachrichten sofort in mehreren Sprachen übersetzt, wodurch Fahrgäste und Zugbesatzung unabhängig von ihrer Nationalität nahtlos in Echtzeit in ihrer jeweiligen Muttersprache kommunizieren können; und in die Videoaufnahmen der integrierten Kameralösungen eingebunden werden.

"Cloud-Dienste und der Ausbau des 5G-Netzes bringen für die Bahnbetreiber in solchen Situationen viele Vorteile", sagt er. "Erstens ermöglichen solche Geräte eine Live-Übersetzung von einer Sprache in eine andere. Zweitens ist es möglich, dem Fahrer einen Text vorlesen zu lassen oder seine gesprochene Antwort praktisch sofort in der Landessprache des Fahrgasts auf dem Display der Sprechstelle darzustellen. Drittens können über eine Cloud-Anbindung Videobilder an verschiedene Stellen im Zug oder an die Leitstelle gesendet werden. Auf diese Weise erhalten die Gesprächspartner zusätzliche visuelle Informationen, um den Notfall besser einschätzen zu können."

Zeichen des Lebens

Und das sind noch nicht alle Funktionen der Sprechstelle: Gehörlose können einfach über ein Symbol des Touch-Displays, eine Vorauswahl an Kurznachrichten erhalten. So können sie vordefinierte Nachrichten wie z.B. "Ich brauche Hilfe" oder "Ich möchte ein Verbrechen melden" an das Zugpersonal oder die Leitstelle senden.

Die Leitstelle kann entweder per Chat reagieren oder den Benutzer per Speech-To-Text-Funktion antworten. In diesem Fall wird die Sprachantwort dem Fahrgast auf dem Bildschirm als Text angezeigt. Verbunden mit einer SIP-Anwendung überträgt die integrierte Kamera ein Videobild an das Zugpersonal.

In die Cloud oder nicht in die Cloud

"Obwohl Cloud-Dienste große Vorteile bieten, arbeiten wir an einer On-Board-Lösung", sagt Maik Strietzel. "Nicht jedes Fahrzeug hat eine Internetanbindung oder in manchen Gebieten ist die Netzabdeckung lückenhaft. Ein Offline-Server kann jederzeit eine Live-Übersetzung garantieren. “

Über Maik Strietzel

Maik Strietzel ist F&E-Ingenieur mit Spezialisierung auf Fahrgastinformationssysteme. Er ist seit 2011 bei Televic Rail - GSP tätig und verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Forschung und im Projektmanagement

Mit seiner Faszination für die Bahnindustrie, technische Konzepte und Produktdesign ist er auf einer Mission, die Herausforderungen der Kommunikation in Zügen zu erkennen und zu lösen.

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