Mit zustandsorientierter Instandhaltung zu mehr Pünktlichkeit

Ein Gradmesser für die Qualität des Bahnangebots ist für viele Kunden die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Züge. Weltberühmt sind dafür die japanischen Hochgeschwindigkeitszüge: Der Tōkaidō Shinkansen-Zug, der durchschnittlich 452.000 Menschen pro Tag befördert, hat beispielsweise eine durchschnittliche Verspätung von nur vierundzwanzig Sekunden pro Zug. In Europa wird dieses Niveau leider noch nicht erreicht. Spitzenreiter ist hier die Schweiz, wo 89,7 % der Züge pünktlich sind. Am anderen Ende der Skala gibt es in einigen Entwicklungsländern Eisenbahnen, die um Stunden oder sogar Tage verspätet abfahren.

Imageschaden kann teuer werden

Fahrgäste interessieren sich normalerweise wenig für die Wartung von Zügen, sie wollen einfach bequem, sicher und sauber reisen – und natürlich pünktlich ankommen. Aber für die Probleme, die ein verspäteter oder gar ausgefallener Zug mit sich bringt, interessieren sie sich verständlicherweise schon, sind sie doch von den Auswirkungen unmittelbar betroffen. Die daraus entstehenden Imageschäden können für Bahnbetreiber teuer werden, vor allem im Social Media-Zeitalter. Auch Entschädigungsansprüche sind heute an der Tagesordnung. All dies sind Faktoren, die für die Betreiber langfristige Probleme und unkalkulierbare Kosten verursachen. Zwar ist die Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs von vielerlei Faktoren abhängig und einige davon sind nicht gänzlich kontrollierbar, wie Witterungseinflüsse und unvorhersehbare Störungen auf der Strecke. Doch vieles wäre vermeidbar.

Höhere Zuverlässigkeit bei sinkenden Kosten

In der Vergangenheit versuchten die meisten Betreiber, die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit ihrer Züge durch regelmäßige standardisierte Wartungsarbeiten zu gewährleisten. Entscheidend für diese Maßnahmen war aber nicht der tatsächliche Zustand des Zuges, sondern ein festgelegter Wartungsintervall oder eine bestimmte Laufleistung – ein teures, aber lange Zeit als alternativlos betrachtetes Vorgehen. Eine der grundlegendsten, wenn auch oft übersehenen Veränderungen in den vergangenen zehn Jahren ist die Umstellung auf eine zustandsorientierte Instandhaltung und die vorausschauende Analyse.

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Dabei kommen hochmoderne, zugtaugliche Drehgestellsensoren zum Einsatz, die den harten Betriebsbedingungen im Schienenverkehr standhalten. Kombiniert mit einer Echtzeit-Datenanalyse an Bord des Zuges bieten sie Bahnunternehmen die Möglichkeit, die Betriebsabläufe des Zuges, potenzielle Fehlerquellen und den Zustand des gesamten Systems im Blick zu behalten.

Alle Teilsysteme auf einem Dashboard

Der Schlüssel zu einer effizienten und kostengünstigen zustandsorientierten Instandhaltungslösung liegt in der Integration aller Teilsysteme: Räder, Bremsen, Lager, Fahrmotoren, Getriebe, Türen, Stromabnehmer, Klimaanlagen und der gesammelte Datenbestand – all dies wird auf einem einzigen Dashboard präsentiert und ermöglicht so eine smarte, faktengestützte Entscheidungsfindung.

Damit lassen sich potenzielle Störungen schon erkennen, bevor es zu einem Ausfall des Zuges kommt. Ein zustandsorientiertes Wartungssystem stellt außerdem sicher, dass alle Komponenten während ihrer gesamten Lebensdauer genutzt werden.

Beispiel Radlagerverschleiß: Hier können massive Einsparungen erzielt werden, wenn die Lebensdauer des Radlagers maximiert wird, anstatt den Austausch nach einem starren Zeit- oder Laufleistungsintervall zu vollziehen.

Die frühzeitige Erkennung von Gleisschäden durch im Zug montierte Sensoren ermöglicht eine vorausschauende Reparatur, die Folgeschäden am rollenden Material verhindert.

Das Ergebnis: Weniger Kosten, zuverlässigere Züge und zufriedene Fahrgäste.

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